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Ursprünglich nur "Rosengart" oder "Rosengarten", wohl eine Umbildung von "Roßgarten", zu dem bis zum Ende des 16. Jahrhunderts alles Land von Alt und Preußisch Rosengart gehörte. Der Zusatz "Preußisch" dürfte zum Unterschied von dem um 1600 durch Holländer begründeten Alt Rosengart entstanden sein; eine Beziehung zu den Ureinwohnern, den Pruzzen, besteht nicht.
Das Dorf wird vom Christburger Komtur Heinrich zuerst zur Besiedlung ausgetan (etwa 1312-14), Conrad von Brunyngisheim gab 1355 eine Handfeste, die erste erhaltene: "Binnen dieser Grenzen sind ... 59 Hufe gefunden.." (zusammen mit Schulzen- und Pfarrhufen).
1626 tauchen nebeneinander zuerst Alt und Preußisch Rosengart auf. Der Name "Preußisch Rosengart" dürfte bald danach entstanden sein, als das Holländer-(Mennoniten)dorf Alt Rosengart gegründet wurde; etwa 1600 oder 1601.
1773 wohnen in Pr. Rosengart 299 Menschen in 59 Familien. Bei der Abstimmung 1920 wurden 260 Stimmen für Deutschland, keine für Polen abgegeben.
1939 betrug die Einwohnerzahl 384, davon 217 Evangelische, 108 Katholische, 59 Sonstige (fast ausnahmslos Mennoniten).
Pr. Rosengart ist ein Angerdorf: Schmiede, Dorfkrug, alte Schule und Friedhof lagen am Anger, wie ebenso 1355 bis um die Mitte des 17. Jahrhunderts die Kirche (St. Katharinen). 1637 und 1647 wird sie als turmloser Fachwerkbau beschrieben, ist durch Streifen abgestützt, fast ganz verfallen, einer Kirche nicht mehr ähnlich. Im 2. Schwedischen Kriege (1656-60) wurde sie von den Einsassen abgebrochen, so daß 1659 nur eine Wand übriggeblieben war; das Kirchensilber wurde verpfändet. Seit dieser Zeit ist die Kirche allmählich verschwunden.
Das alte Schulhaus diente nicht mehr schulischen Zwecken, ein neues, am Ostausgang des Dorfes, war eine Zierde des Dorfes. Der Dorfkrug an der Westseite des Angers hieß "Melodiakrug" oder "Melodiaheim", nach dem Männergesangverein gleichen Namens. Er wurde begründet im Jahre 1874. Mitbegründer und 1. Dirigent: Lehrer Bautze, sein Nachfolger Lehrer Otto Reuter (Stalle). Vorsitzender war viele Jahre Deichhauptmann Funk (gestorben 1931 in Elbing), sein Nachfolger Deichhauptmann Hermann Fröse (Klakendorf).
Krugwirte: Pommeth, Duwensee, Fröse, Bautze, Schuda und als letzter Gustav Lucht.
Südlich der Hauptstraße lagen die Mennonitenkirche und ein Kinderheim (Tannenheim, ehem. Villa Claßen; siehe dazu Dorf II). 1920 gab es in Pr. Rosengart noch 3 Vorlaubenhäuser (Robert Harms, sechssäulige Vorlaube).
Verkehrsverhältnisse: Preußisch Rosengart war zuerst nur - aus einiger Entfernung - an die Chaussee Grunau-Thiergart (erbaut 1871-74), dann aber direkt an die von Thörichthof nach Reichhorst führende Straße angeschlossen ("Sportchaussee"). Seit der Jahrhundertwende führte an Pr. Rosengart die Kleinbahn Marienburg-Königsdorf-Katznase-Altfelde-Stalle-Lichtfelde vorbei. Bahnstation für Pr. Rosengart war Grunau (Strecke Marienburg-Elbing), Poststation ebenda, bis auch in Pr. Rosengart eine Posthilfsstelle eingerichtet wurde.
Die Kirche für die Evangelischen ist in Stalle, für die Katholischen in Thiergart. Eine eigene Kirche hatten in Pr. Rosengart die Mennoniten. Sie wanderten im 4. Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts, von dem polnischen König Sigismund August gerufen, im Marienburger Werder ein. Die letzte mennonitische Kirche wurde 1890 erbaut; ungewöhnlich für die war der Turm, da die Mennoniten sonst auf dieses äußere Zeichen zu verzichten pflegten. (Zur Geschichte dieses Turms siehe Erinnerungen).
Eine Schule hat es hier schon seit Jahrhunderten gegeben. Die einklassige evangelische Schule, früher am Dorfanger, erhielt 1932 ein modernes Gebäude. Die Reihe der Lehrer: Kuhn, Günther (um 1868 Krugwirt in Grunau), Bautze, Runge und als letzter Willi Illmann bis 1945.
Bürgermeister zwischen 1933 und 1945 war Neufeld.
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